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Ein Hund für Cyprian

Erfurter Prinzenpaar übergibt Geld für Therapiehund an Familie aus Polen

Wenn ein Mann mit roten Lackschuhen einen Kinderwagen durch die Stadt schiebt, kann das nur Karnevalsprinz Samu I. sein.

Am Samstagmittag war diese ungewöhnliche Konstellation zu beobachten. Im Wagen saß Cyprian, der Sohn von Katarzyna und Pawel Stanislawski aus dem polnischen Städtchen Lubon bei Poznan. Auf Einladung des Prinzenpaars war das Ehepaar mit seinem schwestbehinderten Sohn nach Erfurt gekommen.

Und sie hatten sichtlich Spaß an dem ungewöhnlichen Spaziergang vom Domplatz zum Wenigemarkt mit lauter Begleitung durch die KKH-Trommler und Eskorte durch die Gloriosa-Garde des KCB. "In unserer Heimat kennen wir so etwas gar nicht. Aber es macht Spaß", sagte Katarzyna Stanislawska.

Noch mehr freuten sich die Eltern Cyprians über die Spende, die sie in Empfang nehmen konnte. 1500 Euro übergaben Samu I. und Ricarda I. aus eigener Tasche für den Kauf eines Therapiehundes für den vierjährigen Jungen.

Die Eltern erhoffen sich große Fortschritte bei der Entwicklung ihres Sohnes. "Cyprian hat manchmal so aggressive Phasen, da könnte der Hund ihm gut tun und helfen, ihn zu beruhigen", erzählt die Mutter. Da ihr Sohn leider keine Freunde habe, könnte der Therapiehund auch ein treuer Gefährte für ihn werden. Die Stanislawskis hatten schon versucht, über das Reiten ihrem Sohn zu helfen, aber das hatte nicht funktioniert. So sind sie gespannt auf den Mai, wenn der Hund zu ihnen kommt und mit Hilfe eines Experten und schon im Kontakt mit Cyprian ausgebildet wird. "Vielleicht kann Cyprian dann auch Laufen lernen", hofft Katarzyna Stanislawska.

Zustande gekommen war die Hilfe über das Erfurter Studio "tatoolos", deren Betreiber die polnische Familie kannten. Hier hatte Samu sich den Namen einer früheren Freundin vom Handgelenk entfernen lassen. So kam man auf die Hilfsaktion, die zusätzlich zu den anderen Charity-Projekten des Prinzenpaars angeschoben wurde. "Einem Kind zu helfen, ist doch mit Schönste, das man machen kann", sagte Ricarda. Und wenn dabei der Name einer anderen Frau vom Handgelenk des Prinzen verschwindet – umso besser.

Foto: Prinzenpaar

Text: Casjen Carl (Thüringer Allgemeine)

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