Gemeinschaft Erfurt Carneval

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Prunksitzung: Schalmeien und singendes Prinzen-Trio

70. Kampagne als Jungbrunnen mit den „Prinzen“, Roland Kaiser und einer Torten-Versteigerung

Singen, Schunkeln, Lachen – der Kaisersaal bebte am Samstagabend. Die Gemeinschaft Erfurter Carneval (GEC) hat sich zur Prunksitzung mit Beiträgen ihrer 12 Mitgliedsvereine gefeiert.

Die Angerspatzen (AKC) jubelten „Erfurt Helau“. In der Bütt wusste Uli von der Erfurter Carneval Vereinigung (ECV) aus einer Boulevard-Zeitung, dass die GEC an die Börse geht und vom „Alkoholverbot am Rosenmontag“. Bei den Anzeigen wurden Fluglotsen für halbe Tage in Erfurt gesucht. Und künftig drohen Marbach drei Moscheen, bisher getarnt als Getreidesilos.

Wobei die geschilderte Pleiten- und Pannenserie, ungewollt passend, mit einem Mikrofonausfall beim Büttenredner startete. Zum Glück halfen die eigenen Vereinsleute: die ECV war bewährter Weise im Hinterland als Bühnen-Crew aktiv.

In der Töttelstädter Bütt singt Annette zur Gitarre über den Diät-Stress ihres Mannes. Und das in einer Erfurter Ortschaft mit Wurst-Tradition. Ebenfalls aus der Bütt verkündete Pippi Langstrumpf, dass sie in der „Reseda“ residiert und sich als Schwangere für den Karnevals-Nachwuchs engagiert.

Zwei Studenten litten als Erfurter Postboten. Sie brachten sich als karnevalistische „Arbeitsmigranten“ aus Hessen als Nachwuchs in die Bütt ein.

Anerkennung gab es für alle nicht nur per Applaus, sondern auch mit Kampagne-Orden durch die Moderatoren Thomas Kemmerich und Marcus Danz. Tanzend unterhielten die Jugend, die „Elche“ und die „Gruftis“. Sie kamen als Matrosen, Inderinnen, mit Gehhilfen oder als charmantes Putzgeschwader.

Der eigentliche Prunk jedoch ging von dem kleinen und großen Prinzenpaar mit Gefolge aus. Sie wurden zum eigenen Programmteil, heizten die Stimmung an.

Josi I. trat mit den Ingerslebener Schalmeien auf, sang und tanzte. Wie vom „Konfetti gestochen“ riss sie alle mit ihrer guten Laune mit.

Show-verrückt stand ihr Prinz Kai I. in nichts nach, wie beim Überraschungs-Auftritt der „Prinzen“, mit Christian I. und Samu I., seinen Vorgängern. Übrigens war auch der GEC-Präsident Thomas Kemmerich vor 20 Jahren einer von ihnen.

Josi I. hat aber auch eine mütterliche Seite. Beim Aufräumen nach der Prinzessinnentaufe fand sie den vergessenen Blumenstrauß der Kinderprinzessin. Oh je. Die Rückgabe verband sie mit einer „Lektion“: Marietta sollte sich ihren Strauß verdienen, „zugunsten des Prinzenfonds, der die Kinder- und Jugendarbeit unterstützt.“ Daraus wurde eine Verlosungsaktion für eine Torte, die in 3-D-Optik dem Prinzessinnenstrauß nachbildet – und 340 Euro erbrachte.

Mit Überraschungen ging es noch weiter. Mit Konzert-Karten werden die Töttelstädter Karnevalisten in Anerkennung ihres Ehrenamts beim Juni-Konzert auf dem Domplatz Roland Kaiser treffen: dank der Mediengruppe Thüringen. Bei der Verlosung hatte Kaisersaal-Chef Thomas Günther die Tischnummer der Töttelstädter gewählt.

Derweil fanden sich erste Tanzpaare vor der Bühne ein. Dem Finale folgte eine Party mit Abfahrt Lederhose. Was Jahrzehnte an Karnevals-Traditionen vertraut war, klang diesmal jünger. Die „Hausband“ bilden Musiker aus diversen Vereinen. Lieder wurden neu betextet.

Konsequent wurde im Programm die Gemeinschaft aufgezeigt. Alle glücklich? Im Publikum fehlte manch bekannter Karnevalist. GEC-Präsident Thomas Kemmerich betont: „Jeder Narr ist anders, als Narren sind wir eins.“ Es ist der Weg des Brauchtums in die nachwachsende Karnevalsgeneration.

Text: Ires Pelny (Thüringer Allgemeine)
Foto: Michael Kremer

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