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Erfurter holen sich neun Siegertitel

Thüringer Meisterschaft im karnevalistischen Tanzsport verdeutlicht, welch hartes Training hinter den Tänzen steckt. Neun Vereine aus Landeshauptstadt vertreten

Edward gegen die Straßenkinder, Schafe gegen Bienen, Meeresverschmutzung, Reisetraum Amerika, Partnersuche im Internet – in der Riethsporthalle fanden am Wochenende all diese Themen und noch viele mehr Platz auf der Bühne. Denn dort wurden die 27. Thüringer Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport ausgetragen.

Aus Erfurt traten neun Vereine an, aus dem gesamten Freistaat waren mehr als 20 Vereine angereist. Der Wettbewerb gilt als Qualifikationsturnier. Das bedeutet, die Erstplatzierten dürfen zur Norddeutschen Meisterschaft in Düren im März kommenden Jahres fahren. Sollte der Erstplatzierte bereits qualifiziert sein, so können die Zweitplatzierten in Düren teilnehmen.

Bewertet wird im karnevalistischen Tanzsport in drei Altersklassen: Jugend, Junioren und über 15-Jährige. Die Kategorien sind jeweils Tanzpaar, Tanzmariechen, Garde und Schautanz. Zudem trat eine gemischte Garde aus Viernau an. Insgesamt gab es also 13 Goldmedaillen zu vergeben – die Erfurter Vereine holten sich davon 9. Der Anger Carneval Club (AKC) ging als erfolgreichster Verein aus dem Turnier, er erklomm gleich sechs Mal den obersten Platz auf dem Treppchen. Opus Cultum siegte in den Bereichen Tanzpaar Jugend (Nina und Richard) und Tanzpaar Junioren (Janine und Julien), der Facedu erhielt Gold für sein Aktiven-Tanzpaar (Lara und Kevin).

„Dass wir in so vielen Disziplinen so erfolgreich sind, hätten wir nicht gedacht. Vielleicht gehofft, aber nicht damit gerechnet“, sagte AKC-Präsident Peter Schowanek nach dem Turnier. Vor allem im Wasunger Carneval Club sah der AKC seinen stärksten Konkurrenten. Im Schautanz der Aktiven trennte „The street“ (AKC) ein Punkt von „Edward mit den Scherenhänden“. Mit 426 Punkten wurde der Tanz über die Straßenkinder honoriert – Platz 1. „Wir haben den Tanz nach der letzten Saison angepasst, Veränderungen bei der Musik, der Tanzsprache und den Requisiten vorgenommen“, erzählt Peter Schowanek. Und verrät: „Bei dem Tanz habe ich Gänsehaut.“

Die Thüringer Meisterschaften wurden von der Gemeinschaft Erfurter Carneval (GEC) organisiert. Den Hut auf hatte Jens-Christian Porsch. Monatelang planten er und sein Team dieses Wochenende, das logistisch einiges abverlangte. „In acht Lkw-Ladungen transportierten wir 600 Stühle, 170 Tische, 1000 Bodenfliesen und eine Turnierbühne“, fasst er ein paar Daten zusammen. 130 Helfer standen ihm pro Tag zur Seite – Ehrenamtliche aus den GEC-Vereinen. „Durch das gemeinschaftliche Wirken aller Ehrenamtler konnte diese große organisatorische Aufgabe bewältigt werden. Ich danke allen Helfern.“ Sicherlich gab es vor allem am Samstag hier und da kleine Mängel, etwa zu wenig Toiletten und zu wenig Gulasch zum Mittag, doch die Hinweise der Zuschauer wurden gern entgegen genommen, und so lief vieles am Sonntag reibungsloser. Über 1000 Zuschauer waren am zweiten Tag der Meisterschaft erschienen – ein kleiner Vorgeschmack auf März. Denn dann wird die Deutsche Meisterschaft ebenfalls in Erfurt, allerdings in der Messehalle, stattfinden. Hier werden mehr als 5500 Zuschauer erwartet.

Mit Spannung blicken die Sportler diesem Termin entgegen, doch vorher müssen sich die Qualifizierten bei der Norddeutschen Meisterschaft behaupten. „Wir freuen uns alle schon auf die Deutschen Meisterschaften 2020, wenn sich das ganze tanzsportbegeisterte Deutschland wieder in Erfurt trifft“, verkündete Michael Danz, der Präsident des Landesverbandes Thüringer Karneval.

Text: Anja Derowski (Thüringer Allgemeine)
Bild: Michael Kremer

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