Gemeinschaft Erfurt Carneval

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Die sportliche Seite des Karnevals

Erfurt ist Gastgeber für die Thüringer Meisterschaften am letzten Oktoberwochenende

102 Mal machte es Donnerstagnachmittag verheißungsvoll „Plopp“ im Erfurter Ratssitzungssaal. Dann reichte Glücksfee Anja Holland-Moritz jeweils eine geöffnete gelbe Kapsel, bekannt als Überraschungseier, an Turniersprecher Peter Schowanek. Dieser verlas den Los-Zettel mit der Starternummer und dem Teilnehmer-Namen für die 27. Thüringer Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport. Eine Anwältin beobachtete das Prozedere.

Vertreten waren im kritischen Publikum nicht nur die Erfurter Vereine, sondern auch die Vorsitzende vom Tanzturnierausschuss Thüringen, Jessica Hildebrand. Dank Ferien saß sie mit ihrem Tanzmariechen aus Wasungen schon mal in der ersten Reihe. Und begründete, warum die Auslosung so eine Bedeutung hat: „Es ist die fairste Variante.“ Nicht alle Starterplätze seien beliebt, der Erste hätte es immer am schwersten – „und kann trotzdem Sieger werden“, hat sie erlebt. Die 13 sei mit Aberglauben behaftet. Das zuletzt startende Mariechen müsste am längsten warten, will seine Auftrittszeit aber planen können, falls es nachfolgend gleich mit der Schautanzgruppe nochmal dran ist. „Dann beantragen wir eine Pause dazwischen“, so Jessica Hildebrand.

Die Gemeinschaft Erfurter Carneval (GEC) erhielt vor zwei Jahren den Zuschlag für die Turnierausrichtung, bringt nun bereits zum vierten Mal ihre Erfahrung bei Meisterschaften, auch deutschlandweit, ein. Das sagt Turnierleiter Marcus Danz. Und weiß an jedem Wettkampftag gut 120 Helfer aus den GEC-Vereinen ordnend und helfend in der Riethsporthalle dabei.

Inzwischen sei das Organisationsgremium breit aufgestellt, verweist Marcus Danz auf Sportwart Matthias Polten, die 2. Turnierleiterin Juliane Möser und Organisations-Chef Jens-Christian Porsch. Dazu kämen acht Gruppen, verantwortlich für Gastronomie über Finanzen bis Ordnung.

Natürlich ist Erfurt auch stark bei den Turniermeldungen vertreten: von Alach bis Opus Cultum. Bei den Jugendgarden zum Beispiel, das sind die Jahrgänge 2009 bis 2014, ist die Hälfte der vier Starter aus Erfurt, bei den 14 Tanzmariechen/Jugend sind es vier, bei den Junioren-Tanzpaaren sind beide aus Erfurt. „Wir hoffen auf Meistertitel“, kommentierte Peter Schowanek. Das sportliche Niveau sei hoch.

Dass die Kategorie Ü15 mit dem Sonntag einen eigenen Wettkampftag hat, ist ihrer Zahlenstärke geschuldet. Unter anderem treten 22 Tanzmariechen an und sieben Schautanzgruppen. „Die größte hat 35 Teilnehmer“, sagt Juliane Möser von der Turnierleitung. Die kommen mit einem eigenen Bus, haben Kostüme und Requisiten dabei.

Wettkampfbedingung ist übrigens für alle, dass sie Mitglieder im Landesverband Thüringer Karneval und im Bund Deutscher Karneval sind. Vor allem aber sind sie am Meisterschafts-Wochenende Gäste der Erfurter Karnevalisten: ob aus Leinefelde, Wasungen, Bad Salzungen, Suhl oder Bad Blankenburg.

Text: Iris Pelny (Thüringer Allgemeine)
Bild: Matthias Polten

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