Gemeinschaft Erfurt Carneval

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Erfurter Prinzenpaar 2019/2020

Der zukünftiger Karnevalsprinz liebt die Bühne: Er ist Model und hat beim CSD einen Auftritt. Mit Karneval hatte er aber bisher nicht viel am Hut – ganz im Gegensatz zur neuen Prinzessin.

Die Bühne ist nicht neu für ihn. Rampenlicht auch nicht. Dennoch wird die Zeit ab dem 11.11. eine ganz neue Erfahrung für René Sebastian Keßel werden. Mit Karneval hatte der 40-Jährige bisher nicht viel am Hut. Worauf er sich eingelassen hat, darüber denkt er lieber nicht nach, meint er lachend.

Es ward der 2. August (Zitat René: „Den Tag werde ich nie vergessen“) um 7.23 Uhr, als der derzeitige Prinz Kai einen Artikel unserer Zeitung bei Facebook postete. Die Überschrift: „ Erfurt sucht verzweifelt Karnevalsprinz“. Keine drei Stunden später traf man sich im Café, Kai hatte gleich Stift und Zettel mitgebracht, um das Ganze schriftlich zu besiegeln. René ließ sich das Amt erklären und willigte ein. Eine Prinzessin wurde schnell gefunden: Nadin Hagenbring vom Erfurter Verein Karneval Club Braugold. Für sie bedeutet Karneval jede Menge, seit 1996 ist sie hier aktiv. Sie tanzte in der Garde, ist mittlerweile selbst Trainerin und KCB-Präsidiumsmitglied.

„Das ist“, sagt sie, „ein ganz neuer Aspekt des Karnevals für mich“. Natürlich gab es in der Kindheit den Traum, einmal Prinzessin zu sein . Doch Familienplanung, Hochzeit und Elternzeit verdrängten das Thema erstmal von der To-do-Liste.

Als die Anfrage kam, schlief sie eine Nacht drüber und entschied sich für eine Amtszeit. „Ich freue mich auf die strahlenden Kinderaugen“, meint die 29-Jährige.

 

Dass sich die beiden bis vor zwei Wochen nicht kannten, scheint nicht störend. „Wir fanden uns sofort sympathisch und nett“, erzählen sie im Pressegespräch.

Und ein „Diva“ in Klammern

Doch wer ist er, der René Sebastian Keßel? Wer ihn erleben möchte, muss nicht bis zum 11.11. warten, sondern braucht nur am Samstag auf den Anger zu gehen. Beim Christopher Street Day hat er einen Auftritt – die Wurst-Show. „Ja, ich double Conchita Wurst“, verrät er.

Der Laufsteg, Mode, Stil, damit identifiziert er sich. So ist er nicht nur im Modehaus Breuninger Gestalter für visuelles Marketing, sondern arbeitet auch als Model seit 23 Jahren und als Choreograf. „Mein Ornat ist jetzt nicht das Schlechteste“, sagt er lachend. „Aber so ganz ohne Glamour, Glanz und Gloria wird das nichts.“ Er werde ein wenig Hand anlegen, um dem Ornat noch eine eigene Note zu geben. „Ich hätte lieber das Prinzessinnenkleid angezogen“, kokettiert René Keßel, der sich bei Facebook einfach noch ein „von“ im Namen gönnt und ein „Diva“ in Klammern.

Erfurt darf sich wohl auf eine spannende Saison 2019/2020 freuen. Der Noch-Prinz Kai kündigte letzte Woche an (wir berichteten), am 11.11. werde einiges anders ablaufen als sonst. Kai Grün und René Keßel kennen sich schon lange. „Ich freue mich sehr über dieses Prinzenpaar. Das kann nur gut werden“, meint Prinz Kai I. gegenüber unserer Zeitung.

Das Motto und der große Wunsch des künftigen Prinzenpaares: Gemeinschaft leben und erleben. Damit würden sie den Sinn der Gemeinschaft Erfurter Carneval widerspiegeln. Das Motto der kommenden Saison lautet: „Alle Sorgen sind passé, gefeiert wird bei der GEC“.

Deren Präsident, Thomas Kemmerich, sagt, er hoffe, dass er das mit den Sorgen am Aschermittwoch auch sagen könne. So wünsche man sich einen Karnevalsumzug, der wieder vom Domplatz zum Domplatz führe, am Ring entlang. „Wir wissen, das wird nicht leicht“, meint Kemmerich. Doch man werde mit der Stadtverwaltung Gespräche führen und das Sicherheitskonzept entsprechend entwickeln. Auch ein Festzelt solle es auf dem Domplatz wieder geben.

Text: Anja Derowski (Thüringer Allgemeine)
Bild: Marco Schmidt

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